Psychische Belastungen nehmen zu

Der "Terror der Ökonomie" führt schnell zum "Terror für die Seele".

Beschäftigte, Betriebsräte und Experten hatten diesen Zusammenhang schon lange befürchtet. Dass er tatsächlich besteht, belegen jetzt die Ergebnisse der "Tatort Betrieb" - Kampagne der IG Metall Baden-Württemberg.

Am 3. März 2007 kamen die Teilnehmer, 4 Jahre nach Beginn der Untersuchung psychischer Belastungen, zu einer abschließenden Bewertung in Stuttgart zusammen. Ihr Fazit: Psychische Belastungen im Betrieb nehmen stetig zu. Sie führen zu Krankheiten und nachlassender Identifikation mit der Arbeit.

Seelische Befindlichkeiten und ihre körperlichen Auswirkungen sind schwerer fassbar und zu erforschen als die früher behandelten "Tatort"-Probleme wie Kühlschmierstoffe, Lärm oder Bildschirmbeschaffenheit. Trotzdem wurde in den Betrieben die gleiche Untersuchungsmethode angewandt: die Gefährdungsbeurteilung nach § 5 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG), die Bestandsaufnahme, Befragung der Betroffenen und Diagnose umfasst.

Wissenschaftler begleiteten alle folgenden Schritte und bereiteten die "betrieblichen Akteure" (Betriebsräte, Vertrauensleute, Personalabteilungen, Vorgesetzte) vor. 50 Firmen stiegen 2001 beim "Tatort" ein; knapp die Hälfte von ihnen hat 3 Jahre später eine Betriebsvereinbarung zum Thema oder steht kurz vor dem Abschluss.

Nicht immer war es einfach, die Belegschaften zu gewinnen, und in einer Reihe von Fällen versuchten die Unternehmen, den "Tatort" abzublocken. Die Betriebsräte haben aber weit gehende Mitbestimmungsrechte. Und sie können handeln: Arbeitsorganisation, Arbeitsgestaltung, Arbeitszeit, Personalbemessung und Qualifizierung sind Bereiche, in denen die Initiative in ihrer Hand liegt. Wo die Arbeitnehmervertreter auf grundsätzlichen Widerstand des Arbeitgebers treffen, lässt sich die Gefährdungsbeurteilung nach ArbSchG sogar erzwingen.

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